Kapitel 6
Bella's Sicht:
Ich erwacht früh am nächsten Morgen und merkte, dass Jake wohl noch tief und fest schlief.
Er hielt mich so im Arm wie am Abend zuvor.
Plötzlich bewegte er sich und nuschelte meinen Namen.
"Guten Morgen, Jake.", sagte ich zu ihm und er nahm mich noch fester in den Arm:"Morgen, Liebes." sagte er bevor er herzhaft gähnte. "Wie spät ist es, Bella?", fragte er mich.
"Es ist, warte mal.", sagte ich und drehte mich in Richtung Uhr,"9 Uhr morgens.
Daraufhin setzte er sich auf und zog mich mit sich.
"Dann haben wir noch genug Zeit.", antwortete er mir.
"Unser Flug geht um 14 Uhr, bis dahin dürften wir doch am Flughafen sein, oder?", fragte er.
Ich erwiderte daraufhin, dass ich nicht ewig brauche um mich fertig zu machen.
Er fing gleich wieder an zu lachen und ich schwang mich aus dem Bett.
Auf dem Weg zur Dusche schnappte ich mir Wechselkleidung und meinen Waschbeutel und sagte zu Jake,:"Fängst du schonmal mit dem packen an?"
"Ja, mach ich. Weißt du schon was du Frühstücken möchtest?", fragte er mich.
Da ich schon im Bad war rief ich,:"Nein, wir gehen gleich runter und da schau ich dann auf was ich Appetit habe."
"Ok", rief er zurück und ich hörte schon den Reisverschluss unseres Koffers.
Als ich fertig mit dem duschen war, blieb ich noch im Badezimmer und dachte nach.
Ich dachte über Jake und mich nach.
Wie es mit uns weiter ging.
Was er für mich empfand wusste ich schon aber was empfand ich den genau für ihn?
Ich liebte ihn, ja, aber wie einen Bruder oder doch noch mehr?
Mein Herz gehörte doch noch Edward, auch wenn er es nicht wollte.
Da ich mit meinen Gedanken nicht weiter kam, beschloss ich mich auf den Weg zu Jake zu machen.
Als ich den Frühstückssaal betrat, hörte ich ein knurren und sah einen, mir nur zu bekannten, schwarzen Haarschopf.
Was wollte sie denn hier?
Warum jetzt?
Sie hatte mich wahrscheinlich schon irgendwie entdeckt, denn als ich dort ankam, drehte sie sich zu mir um und strahlte mich an.
"Bella.", seufzte sie.
Gerade als sie sich auf den Weg machen wollte, stellte sich Jake vor mich und knurrte.
.Das Knurren eben kam also, wie ich feststellen musste, von ihm.
"Lass mich zu ihr, Du Hund!", schimpfte Alice los.
"Verschwinde Du dreckiger Blutsauger."
Bei seinem Tonfall bekam ich eine riesige Gänsehaut.
Ich hatte sogar angst vor den beiden, was noch nie der Fall war.
Plötzlich hörte ich eine sanfte Stimme,:"Alice es reicht, ihr beiden macht Bella angst!"
Es war Jasper.
Ich hatte ihn gar nicht bemerkt.
Und nachdem er dies sagte überfiel mich eine angenehme Ruhe.
Jake legte beruhigend und beschützerich seinen Arm um meine Schulter und zog mich näher zu sich hin, was Alice gleich wieder knurren lies.
"Ganz ruhig, Alice.", sagte Jasper zu ihr."Bella, was soll das? Wieso lässt du zu, dass er dich berührt?", fragte sie mich.
Ich wusste nicht was ich darauf antworten sollte.
Mehr als sie fassungslos anstarren konnte ich nicht.
"Bella, soll ich sie raus bringen?", fragte mich Jake schon fast zärtlich.
Ich sah auf in sein schönes Gesicht.
Sofort wurde ich ruhig, und schüttelte den Kopf.
"Nein, dass musst du nicht.", sagte ich zu meinem bedauern sehr piepsig.
"Ok, komm ich habe dir schon was zu Essen geholt.", sagte er und verstärkte den griff um meine Schultern um mich zum Tisch zu führen.
"Fass sie nicht an, Du hast kein Recht dazu.", schrie Alice schon fast.
"Ihr habt kein Recht hier zu sein , überhaupt mit ihr zu reden! Ihr habt sie doch verlassen, also geht doch auch wieder!", verteidigte sich Jake.
Das hatte gesessen und Alice erstarrte während Jasper Jake wütend anstarrte.
Das passte gar nicht zu Jasper.
Er war doch immer so ruhig und gelassen.
"Jake, ich will wieder nach oben.", sagte ich leise zu ihm.
Ich weiß nicht warum mich das so aus der fassung brachte sie wieder zu sehen.
Zu nichts war ich fähig weshalb ich auch wieder hoch wollte.
"Aber Bella, wir wollten doch mit reden. Bitte bleib, ich halte mich auch zurück.", sprach Alice leise weiterund ich war mir sicher, dass wenn sie weinen könnte sie es jetzt täte.
"Warum?", fragte ich als ich mir sicher war, dass meine Stimme nicht zitterte oder brach.
"Was meinst du mit 'warum'?", fragte sie.
"Warum seid ihr hier? Warum wollt ihr mit mir reden?", ich konnte nicht anders als mich noch näher, wenn das noch ging zu Jake zu stellen.
"Wir sind hier um mit dir über unseren Weggang zu reden. Darüber dass es ein riesen Fehler war.", antwortet sie mir.
"Es war nur ein Fehler euch zu vertrauen.", sagte ich ihr.
Ihr Gesicht wurde noch bleicher als vorher.
"Aber Bella!", schlurzte sie.
"Was?", zischte ich schon fast.
Ich weiß nicht warum aber ich wurde auf einmal sehr wütend.
Jake schien es auch zu spüren den er murmelte,:"Ganz ruhig, Bella."
Das schien Alice und Jasper genauso zu verwirren wie mich.
"Ich bin ruhig.", sagte ich zu ihm.
Ich konnte nicht verhindern, dass es trotz der Anspannung trotzig klang.
Jake murmelte daraufhin so was was nach 'Trotzkopf' klang.
Was auch dazu führte, dass ein leichtes lächeln über Jaspers Gesicht huschte.
Ich dagegen warf ihm einen bösen Blick zu.
Auch wenn es nicht lange gedauert hatte, so wunderte ich mich
doch, dass Alice noch nicht weiter gesprochen hatte.
"Sie will Dir Zeit geben das alles zu verarbeiten. Ich habe Ihr Deine Verwirrung, Wut und auch Angst geschickt, damit sie dich verstehen kann. Aber bitte verzeih, ich hätte es dir sagen sollen.", berichtete Jasper ruhig schon fast beschwörend.
"Seid Ihr alle hier?", fragte ich ohne auf sein Kommentar zu achten.
"Nein, außer uns beiden und Charlisle und Esme ist keiner von uns hier.", antwortete mir Alice mit seltsam verzehrter Stimme.
Ich war mir nicht sicher, ob ich darüber froh oder bestürzt sein sollte.
Auf der einen Seite wollte ich alle wieder sehen, aber auf der anderen Seite hatte ich angst ein weiteres mal daran zu zerbrechen weil sie wieder gehen würden.
Da ich ja noch immer nicht genug war.
Ich wusste noch nicht ein mal wie ich dieses Treffen überstehen würde.
Mir war aber auch nicht klar warum sie es so komisch sagte.
War etwa etwas passiert?
Ging es ihnen nicht gut?
Ging es Ihm nicht gut?
Jasper spürte natürlich meinen Stimmungswechsel und wollte etwas sagen, aber ich lies ihn nicht, sondern sagte:"Ist etwas passiert? Geht es den anderen nicht gut?"
Alice war verblüfft, dass ich sie nicht gleich wieder anschrie und Jake versuchte mich unauffällig zu stützen, da ich angefangen hatte zu schwanken.
"Bella, setz dich erstmal hin, dann können sie dir alles erklären.", sagte Jake und bugsierte mich zu unseren Tisch.
Ich kam mir vor als wäre ich schwer krank und Jake mein Pfleger der es mir nun erzählen musste.
Ich hasse es so schwach zu sein.
Als wir saßen nahm Jake meine Hand in seine und drückte sie leicht, was die Vorstellung vom Krankenhaus noch verstärkte.
"Bella, also ich weiß nicht genau wie ich es dir sagen soll, naja, es ist ja auch nicht meine Aufgabe.", begann Alice zögernd.
Ich fühlte mich immer schlechter.
Auch fragte ich mich was Alice so anspannen konnte, dass sie nicht wie ein Wasserfall rum quasselte.
Alice holte noch einmal tief Luft und sagte dann das was mich am meisten beunruhigte:" Es geht um Edward."
Jake neben mir versteifte sich sofort und ich sah Alice erwartend an.
Ich musste einfach wissen was los war.
Nichts konnte es ja nicht sein.
"Nun ja wie du dir vielleicht denken kannst,wollen Jasper und ich dich zu uns nach Hause hohlen um mit dir zu reden, da du sobald wir gehen ja auch hier weg gehst. Wir wollen dir erklären, dass es ein riesen Fehler war dich zu verlassen. Nur kann ich dir nicht versprechen, dass du zu Edward kannst oder er zu dir kommt.", sagte Alice und sah mich traurig an.
Aber warum war sie denn traurig?
Ich meine, auch wenn es mir recht schwer gefallen ist es zu akzeptieren so wusste ich doch, dass er mich nicht liebt.
Mit meinem Glück hatte er schon die nächste.
"Er hat eine Neue?", fragte ich Alice.
Sie sah betrübt auf die Tischplatte und erwiderte nichts.
"Wir haben dir doch von den Denali's erzählt. Weißt du noch?", meint Alice
Klar wusste ich das noch.
Sie hatten mir erzählt, dass die Denali's auch Vegetarier waren und sie sehr gute Freunde waren.
Aber auch, dass Tanya Denali eine Schwäche für Edward hatte, er ihr jedoch nie nachgegeben hatte weil er nichts von ihr wollte.
Also nickte ich und sah Alice weiterhin an.
"Er lebt seit einiger zeit bei Ihnen, da er es bei uns nicht aushält.", sagte Jasper und man sah ihm an, dass er sich die Schuld dafür gab.
"Jasper es ist nicht deine Schuld. Ich habe dir auch noch nie die Schuld daran gegeben, also mach dich nicht selbst fertig.", sagte ich ihm und war überrascht das meine Stimme so gefasst klang.
Auch wenn es sich an fühlte, als würde ich ein weiteres mal zerbrechen, so war ich mir doch bewusst, dass ich wahrscheinlich der Grund dafür war.
Einen anderen konnte es doch nicht geben, oder?
"Außerdem habe ich begriffen, dass es nichts bring nur an der Vergangenheit zu hängen.", sagte ich und stand auf.
Für mich war die Diskussion hiermit beendet.
Ich wollte mich gerade auf den Weg nach oben machen da sagte Alice:"Du gibst einfach auf?"
Mir blieb doch nichts anderes übrig, also nickte ich und sagte:"Ja, ich könnte es doch sowieso nicht ändern."
Nach diesen Worten war ich auch schon auf dem Weg in unser Zimmer.
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